Grundwasserverhältnisse zu Ende des hydrologischen Winterhalbjahres 2025/2026
Die Niederschläge im hydrologischen Winterhalbjahr (November bis April) sind für die Grundwasserneubildung besonders wichtig, da in dieser Zeit wegen geringer Verdunstung und höherer Bodenfeuchte ein großer Teil des Niederschlags ins Grundwasser versickern kann. Betrachtet man die Niederschläge für das Winterhalbjahr 2025/2026 (s. auch https://wasserportal.rlp-umwelt.de/auskunftssysteme/standardisierter-niederschlagsindex-spi), zeigt sich das vergangene Winterhalbjahr deutlich trockener als die vorangegangenen Winterhalbjahre (Niederschlagsdefizit von 31 % im Vergleich zum Mittelwert des Referenzzeitraums 1991 bis 2020). Das hydrologische Sommerhalbjahr 2025 war in weiten Teilen des Landes nahezu normal. Verbunden mit den trockenen Verhältnissen im Winterhalbjahr 2024/2025 deutet dies auf eine unterdurchschnittliche Entwicklung der Grundwasserneubildung hin.
Zur flächendifferenzierten Abschätzung der Grundwasserneubildung aus Niederschlag wird in Rheinland-Pfalz das Modell GWN-BW (Grundwasserneubildung-Bodenwasserhaushalt) eingesetzt. Die Auswertung ergab für das Kalenderjahr 2025 im Mittel über Rheinland-Pfalz eine Grundwasserneubildung von 66 mm/a, nach zuletzt 113 mm/a im Jahr 2024. Damit betrug die Neubildung 2025 lediglich 67 % des langjährigen Mittelwerts von 98 mm/a (Mittel des Zeitraums 1971–2000), nach 114 % im Jahr 2024. Das Kalenderjahr 2025 ist somit bezüglich der Grundwasserneubildung als sehr trockenes Jahr einzuordnen.
Eine Auswertung der Entwicklung der Grundwasserstände zu Beginn des hydrologischen Sommerhalbjahres 2026 anhand von 17 ausgewählten Messstellen zeigt, dass die Grundwasserstände im Vergleich zum Jahr 2024 zurückgegangen sind, jedoch weiterhin deutlich über den Werten der Trockenjahre von 2018 bis 2023 lagen. Da die Grundwasserstände zum Teil mit einer deutlichen zeitlichen Verzögerung auf die Niederschläge reagieren, spiegelt diese Situation die Auswirkungen des niederschlagsarmen Winterhalbjahres 2025/2026 nur teilweise wider.
© Dr. Doris Düthmann

