Ökosystem-Monitoring (ÖSM)

Landschaft mit Feldern, Bach und Wäld

Veränderungen in der Landschaft (z. B. durch Landnutzungsänderungen oder Klimawandel) gehen mit starken Verlusten der biologischen Vielfalt einher. Naturschutzfachlich wertvolle Biotope sind oft geschützt, und es werden regelmäßig Informationen zu Zustand und Entwicklung erfasst. Für die Gesamtlandschaft, insbesondere für häufige und weit verbreitete Arten und Biotoptypen, liegen solche Daten hingegen oft nicht vor. Mit dem Ökosystem-Monitoring (ÖSM) soll diese Wissenslücke geschlossen werden: auf Stichprobenflächen (1 km² Größe) werden alle Biotope erfasst, d. h. eine regelmäßige und vollständige Biotopkartierung durchgeführt.

Das ÖSM wird – wie auch das Monitoring der Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert (HNV-Farmland-Monitoring), das bundesweite Insektenmonitoring sowie das Monitoring häufiger Brutvögel – auf der Flächenkulisse der bundesweit repräsentativen Stichprobenflächen durchgeführt. In Rheinland-Pfalz umfasst dies 150 Stichprobenflächen, jährlich werden ein Viertel dieser Stichprobenflächen kartiert. Die Daten werden durch beauftragte Kartierbüros nach einer bundesweit standardisierten Methodik regelmäßig (d. h. für jede Stichprobenfläche alle 4 Jahre) erhoben. Innerhalb der Stichprobenflächen werden alle Biotope sowie ihre Merkmale (z. B. Arten, Nutzungstypen oder Strukturreichtum) erfasst. Dadurch werden Informationen zu Häufigkeit, Verteilung und Zustand von Biotopen gewonnen. 

Langfristig dokumentiert das ÖSM Veränderungen von Biotopen und die Entwicklung der Landschaft. Es liefert wichtige Grundlagendaten zu Biotop- und Nutzungstypen und ermöglicht dadurch übergreifende Datenauswertungen der Monitoringprogramme auf den bundesweit repräsentativen Stichprobenflächen, beispielsweise zu den Ursachen des Verlustes der biologischen Vielfalt. Die Ergebnisse können genutzt werden, um das Erreichen von Naturschutzzielen oder die Wirksamkeit von Naturschutzprogrammen zu überprüfen (z. B. Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt, Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz, EU-Biodiversitätsstrategie 2030).

Das Monitoring startet in Rheinland-Pfalz im Jahr 2026 und wird durch das Landesamt für Umwelt ausgeschrieben und koordiniert. Für die länderübergreifende Koordination und Auswertung ist als fachliche Koordinierungsstelle das Bundesamt für Naturschutz (BfN) verantwortlich.

Die Erfassungsanleitung sowie weitergehende Informationen finden sich auf der Webseite des BfN.