Blaualgen-Monitoring

Aufnahmen unter dem Mikroskop
Verschiedene Cyanobakterien unter dem Mikroskop.

In den Sommermonaten kann es in Seen oder sehr langsam fließenden, staugeregelten Fließgewässern wie der Mosel, Massenentwicklungen von Blaualgen kommen – sogenannte „Blaualgenblüten“.  Solche Gewässer erkennt man dann an ihrer auffällig zumeist grünlichen Einfärbung und Eintrübung. Vor Stauhaltungen oder an Seeufern können aufschwimmende „Blaualgenansammlungen“ vom Wind zusammengetragen werden. Dabei entstehen nicht selten Schlieren, „Aufrahmungen“ oder sogar „Algenteppiche“.

Blaualgen sind einzellige Organismen, die zur Fotosynthese befähigt sind. Daher wurden sie früher zu den Algen gezählt. In ihrem Zellaufbau sind sie aber den Bakterien viel ähnlicher, so dass die Wissenschaft heute von „Cyanobakterien“ spricht. Einige Arten können Giftstoffe (Cyanotoxine) produzieren, die gesundheitsschädlich sind. Grün gefärbte Bereiche sollten daher von Mensch und Tier gemieden werden.

Begünstigende Faktoren für das Entstehen von "Blaualgenblüten" sind hohe Nährstoffgehalte in Gewässern (vor allem Phosphor), lang andauernde, hohe Sonneneinstrahlung und hohe Luft-/Wassertemperaturen, wie sie bei sommerlichen Hitzeperioden auftreten. Der Klimawandel begünstigt daher das vermehrte Auftreten von Blaualgenmassenentwicklungen (so ist dieses Phänomen in der Mosel trotz beachtlicher Nährstoffreduzierungen im Jahr 2017 erstmals seit vielen Jahrzehnten aufgetreten und war danach regelmäßig zu beobachten). Cyanobakterien haben nur sehr wenige Fressfeinde und sind an eine Vielzahl extremer Bedingungen angepasst, wodurch sie sich schnell ausbreiten und bei Fortdauer der oben genannten Bedingungen auch lange dominant sein können.

Die Sichttiefenbestimmung und die Messung von pH-Werten und Sauerstoffgehalten vor Ort liefern Messwerte, die als Indizien für Algenblüten und Cyanobakterien-massenentwicklungen herangezogen werden können. Diese liefern Informationen zum Ausmaß einer evtl. vorhandenen Cyanobakterien-Massenentwicklung. Weiterhin werden Wasserproben entnommen, die im Umweltlabor des Landesamtes für Umwelt mikroskopisch untersucht werden. Dadurch können potentiell toxinbildende Cyanobakterien identifiziert werden. Weiterhin werden Massenentwicklungen durch Bestimmung des Chlorophyll-Gehaltes im Labor oder direkt vor Ort mithilfe von Messsonden quantifiziert.

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Messung der Konzentration von Blaualgen-Chlorophyll
Grüne Einfärbung des Wasser
Binger Kribben im Juli 2022