Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026
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Seit 1971 wählen der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. (LBV) den Vogel des Jahres. Inzwischen stimmt ganz Deutschland jeden September in einer öffentlichen Wahl ab und hat mit dem Rebhuhn (Perdix perdix) eine Art gewählt, die in unserer Agrarlandschaft größtenteils verschwunden ist. Im Jahr 1991 war das Rebhuhn schon einmal Vogel des Jahres, um auf den starken Rückgang seiner Bestände aufmerksam zu machen.
Erkennungsmerkmale
Die 30 cm langen Tiere zeigen Unterschiede in der Färbung zwischen Männchen und Weibchen (Geschlechtsdimorphismus). Die Männchen haben bis auf den Mantel, Rücken und Schwanz ein feines, unregelmäßiges grauschwarzes Wellenmuster, während die Weibchen und Jungvögel eher unauffällige Brauntöne zeigen. Zusätzlich weisen die Männchen einen orangebraunen Kopf sowie einen hufeisenförmigen kupferfarbenen Fleck im unteren Brustbereich auf.
Lebensweise und Lebensraum
„Repreprep“ oder „Perrrdix“ hört man auf den Feldern: die charakteristischen Rufe erklären sowohl den deutschen als auch den wissenschaftlichen Namen (Perdix perdix). Mit dem rauen Ruf des Männchens werden in den frühen Morgen- und späten Abendstunden die Reviergrenzen abgesteckt. Die Paarungszeit beginnt Ende Februar. Das Rebhuhn baut gut getarnte Bodennester, wobei ein Gelege aus zehn bis 20 Eiern bestehen kann. Die Eiablage erfolgt zwischen Mitte April und Mitte Mai, gefolgt von einer Brutdauer von 21 bis 28 Tagen. Alle Küken schlüpfen am selben Tag und werden direkt vom Nest weggeführt (Nestflüchter). Der Bruterfolg kann witterungsbedingt von Jahr zu Jahr stark variieren.
Das Rebhuhn fand schon früh neue Lebensräume auf Weiden und Wiesen (Kulturfolger). Heute bewohnt es in Deutschland offene landwirtschaftlich genutzte Flächen, wobei es auf Brachen sowie Hecken- und Ackerrandstreifen angewiesen ist.
Schutzstatus und Verbreitung
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz § 7, Abs. 2, Nr. 13 ist das Rebhuhn eine besonders geschützte Art. Es ist verboten, Nester zu entfernen oder Brutaktivitäten zu stören. Das Verbreitungsgebiet des Rebhuhns reicht von der nördlichen Iberischen Halbinsel bis in die westliche Mongolei, in Rheinland-Pfalz ist es noch in den Tieflagen verbreitet.
Gefährdung und Schutzmaßnahmen
Besonders die moderne, intensive und technisierte Landwirtschaft hat dem Rebhuhn stark zugesetzt, ebenso weitere Faktoren wie z. B. Jagd, Witterung, Prädation und Straßenverkehr. So sind die Rebhuhn-Bestände in Europa seit 1980 um 94 % zurückgegangen. In den Roten Listen der Brutvögel Deutschlands und von Rheinland-Pfalz wird das Rebhuhn als „stark gefährdet“ eingestuft.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, startete bereits 2021 das bundesweite, vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderte Verbundprojekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!" Das Rebhuhn als Leitart für eine artenreiche Agrarlandschaft“. Ziel ist es, die Lebensräume des Rebhuhns nachhaltig zu verbessern und dadurch auch die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft insgesamt zu fördern.
Mitmachen beim Brutbestandsmonitoring „Rebhuhn“
Um die Rebhuhn-Bestände in den Bundesländern besser zu überwachen, startete der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) 2022 das Brutbestandsmonitoring „Rebhuhn“. Von Ende Februar bis Ende März werden die Rebhuhn-Bestände erfasst. Notwendig ist nur eine Begehung (ca. 30 Min. Zeitaufwand am Abend nach Sonnenuntergang) mit Klangattrappe. Die Zählgebiete sind in Wohnortsnähe frei wählbar. Das Rebhuhn-Monitoring ist sehr gut für den Einstieg ins Vogelmonitoring und die allgemeine Vogelbeobachtung geeignet. Interessierte aus Rheinland-Pfalz können sich bei Landeskoordinator melden. Informationen zur Methode gibt es hier.

