Blaualgen in der Mosel
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In den Sommermonaten kommt es immer wieder in Seen und staugeregelten Fließgewässern, insbesondere der Mosel, zu Blaualgenblüten. Beginnend mit dem Jahr 2017 kam es in den Jahren 2018 und 2019 zur stark ausgeprägte Algenblüten die vom LfU und der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz (BfG) untersucht wurden.
Die Jahre 2020 und 2021 waren eher unkritisch. In den letzten fünf Jahren war das Jahr 2022 das extremste Jahr mit Cyano-Chlorophyll-a Werten von bist zu >200 µg/L. (bisher die extremsten Cyanobakterien-Massenentwicklung). Die Jahre 2023 und 2024 waren eher unauffällig (gegebenenfalls lokale oder weniger stark ausgeprägte Cyano-Entwicklung). In 2025 konnten wir ab Mitte August wieder kritische Cyano-Chlorophyll-a Werte messen (teils >50 µg/L Cyano-Chlorophyll-a).
Für das Jahr 2026 an der Mosel alle Faktoren vor, die eine Blaualgenblüte begünstigen: Hohe Wassertemperaturen, geringe Abflüsse und damit einhergehend lange Wasserverweilzeiten und ein ausreichendes Nährstoffangebot. Beginnend Ende Juli, treten die eigentlichen Algenblüten mit den höchsten Biomassen häufig im August und September auf. Tatsächlich werden Konzentrationen von Blaualgen-Chlorophyll gemessen, die an Badegewässern zur Warnhinweisen führen würden. Aktuelle Werte finden Sie in der Tabelle unten.
Es gibt jedoch auch Faktoren, die eine Algenblüte abschwächen können. Kommt es zu längeren Regenperioden mit erhöhtem Abfluss und damit einhergehend kühleren Temperaturen, die die Wassertemperatur senken, kann das Blaualgenwachstum unterbrochen oder zumindest deutlich abgeschwächt werden.
Stand: 19.08.2026
Aktuelle Werte
Messungen von Cyanobakterien-Chlorophyll a an der rheinland-pfälzischen Mosel (eigene Messwerte und Messwerte der Bundesanstalt für Gewässerkunde):
| Messstelle: Mittlere Mosel bei Fankel | Tagesmittelwerte | Datum |
|---|---|---|
| 29,7 µg/l | 21.08.2026 | |
| 29,5 µg/l | 20.08.2026 | |
| 23,9 µg/l | 19.08.2026 | |
| Messstelle: Untere Mosel bei Koblenz (Werte der BfG) | Tagesmittelwerte | Datum |
| 54,82 µg/l | 17.08.2026 | |
| 59,01 µg/l | 16.08.2026 | |
| 49,39 µg/l | 15.08.2026 | |
| Messstelle: Obere Mosel bei Palzem | Tagesmittelwerte | Datum |
| 8,0 µg/l | 21.08.2026 | |
| 17,6 µg/l | 20.08.2026 | |
| 32,2 µg/l | 19.08.2026 | |
| Messstelle: Kanzem, Saar | Tagesmittelwerte | Datum |
| 33,6 µg/l | 21.08.2026 | |
| 21,9 µg/l | 20.08.2026 | |
| 9,5 µg/l | 19.08.2026 |
Warnschwelle1: >12 µg/l, Warnschwelle 2: >24 µg/l (Empfehlung des Umweltbundesamtes für Freizeit- und Badegewässer). Die Mosel ist eine Bundeswasserstraße und kein Freizeit- und Badegewässer. Die Werte gelten für den Standort der Messung, flussauf oder -abwärts können sie variieren. Blaualgen-Ansammlungen können lokal und zeitlich sehr flexibel auftreten. Angaben ohne Gewähr.
Uferbereiche mit grünen Schlieren meiden
Vorsorglich sollten Gewässer- und Uferbereiche mit deutlich grüner Färbung und geringer Sichttiefe gemieden werden. Das Trinken oder Verschlucken von Wasser ist zu vermeiden, auch Hunde sind von den Gewässern fernzuhalten.
Vom Baden in der Mosel – wie auch in anderen Flüssen – wird unabhängig von einer Blaualgenblüte grundsätzlich abgeraten. Neben möglichen Infektionen durch Krankheitserreger wird die Gefahr des Ertrinkens beim Baden in großen Fließgewässern mit Schiffsverkehr wie im Rhein oder der Mosel oft unterschätzt. Hinzu kommt nun noch in der Mosel die Gefährdung der Gesundheit durch die Blaualgen-Konzentration. Die Mosel ist eine Bundeswasserstraße und kein Badegewässer. In Freizeit- und Badegewässern gilt nach Empfehlung des Umweltbundesamtes ab 12 µg/l Cyanobakterien-Chlorophyll a die Warnstufe 1, bei der Warnhinweise an die Badenden ausgesprochen werden. Ab 24 µg/l wird bei Badegewässern die Warnstufe 2 ausgerufen.
Laut den zuständigen Gesundheitsbehörden kann es bei oraler Aufnahme größerer Mengen belasteten Wassers zu Gesundheitsrisiken kommen. Der reine Hautkontakt kann bei empfindlichen Menschen zu (Schleim)Hautreaktionen führen. Kleinkinder sind daher von größeren Ansammlungen fernzuhalten.
Grundsätzlich ist es nicht verboten, in Gewässern mit „Blaualgenbelastung" Wassersport zu betreiben. Mit zunehmender Blaualgenkonzentration steigen jedoch die gesundheitlichen Risiken bei sportlicher Aktivität mit Wasserkontakt oder durch versehentliches Verschlucken von Wasser. Auch durch Einatmen von feinem Sprühnebel (Aerosolen) durch Planschen, Spritzen und Wassersport können Cyanotoxine über die Lunge aufgenommen werden.
Weitere ausführliche Antworten zu häufig gestellten Fragen zum Thema Blaualgen finden Sie in den FAQ.
Bilder – Blaualgen an der Mosel 2022
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LfU-Video: Warum färbt sich die Mosel im Sommer grün?
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