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Bachpatentage gehen auch 2026 weiter

Seit 2021 finden regelmäßig Bachpatentage statt, d.h. ganztägige Seminare jeweils an einem Samstag. Der Vormittag ist Fachvorträgen gewidmet, nachmittags führt eine Exkursion an das Gewässer der gastgebenden Bachpatenschaft.
Die Bachpatentage sind regionale Plattform für benachbarte Bachpatenschaften, Fachleute, Verantwortliche und Interessierte. Diese Tage dienen neben den Fachinformationen dem Kennenlernen und dem Austausch untereinander. Die Akteure lernen sich, ihre Projekte, besondere Probleme und Handlungsfelder kennen, tauschen Erfahrungen und Ideen aus, und diskutieren besondere, auch tagesaktuelle Belange.
Bachpatentage
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In der Alten Güterhalle Monsheim fand am 28. März 2026 der erste Bachpatentag des Jahres mit über 40 Teilnehmenden statt. Im Fokus standen dabei die Renaturierung der Pfrimm bei Monsheim, die Durchgängigkeit sowie die Bedeutung von Ufergehölzen und Totholz. Darüber hinaus fand ein reger Erfahrungsaustausch unter den beteiligten Bachpaten statt.
Tobias Rohrwick als Vertreter der Verbandsgemeinde Monsheim und Susanne Klenk-Kaufmann, Erste Beigeordnete als Vertreterin des Landkreises Alzey-Worms sprachen Grußworte.
Als gastgebender Bachpate und erster Vorsitzender der Interessensgemeinschaft Pfeddersheimer Pfrimm e.V. stellte Martin Lubojanski in seinem Vortrag die Projekte und Tätigkeitsfelder der 25-jährigen Bachpatenschaft vor, die einen Abschnitt von 4 km an der Pfrimm betreut. Neben regelmäßigen Reinigungsarbeiten kümmern sich die Bachpaten um Nistkästen, pflanzen Bäume und bieten Rundgänge an der Pfrimm an. Im Fokus steht nun ein Gebiet an der Pfrimm, das für eine Renaturierung ideal wäre, wo aber die Flächen noch seitens der Landwirtschaft benötigt werden. Die Bachpatenschaft will sich hier gerne einbringen.
Die Vorstellung der Renaturierungsmaßnahme an der Pfrimm, die 2014 abgeschlossen und die im Rahmen der Exkursion am Nachmittag besichtigt wurde, teilte sich in zwei Präsentationen auf: Gernot Becker als Mitarbeiter der unterhaltungspflichtigen Kreisverwaltung Alzey-Worms referierte aus kommunaler Sicht über Grundstücksmanagement, Förderung und Unterhaltungsmaßnahmen. Andreas Valentin vom gleichlautenden Planungsbüro aus Ebertsheim gab Einblick in die Planung und die Ausführungsarbeiten mit Herausforderungen des Wassermanagements oder durch Einschränkungen wie z.B. Kabeltrassen.
Erich Kulling, Umweltamt Worms, stellte eine auf Wormser Gemarkung geplante Renaturierungsmaßnahme an der Pfrimm vor, die noch stärkeren Restriktionen unterliegt, als die Strecke in der freien Landschaft. Dennoch sollen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, den Bachlauf auch innerhalb der Stadt Worms ökologisch aufzuwerten. Vortrag
Eva Finsterbusch hielt ein Plädoyer für die Bedeutung von Ufergehölzen und Totholz. Gerade in Zeiten des Klimawandels sind beschattende Bäume die wichtigsten Strukturen zur Stärkung der Widerstandskraft von Fließgewässern. Die Herausforderung beim Thema Totholz ergibt sich durch das Spannungsfeld zwischen dem Belassen im Gewässer aus gewässerökologischer Sicht und seiner Herausnahme aus Gründen des Hochwasserschutzes. Totholzmanagement kann hier die Lösung sein. Vortrag
Die Exkursion am Nachmittag führte zunächst an die Wiesenmühle, dessen Wehr in eine Blocksteinrampe mit Querriegeln umgebaut wurde. Anschließend wurde gemeinsam die vorgestellte Renaturierungsmaßnahme besichtigt.
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In der Kulturhalle Ochtendung fand am 29. August der zweite von drei Bachpatentagen des Jahres statt. Im Mittelpunkt standen die vielfältigen Tätigkeiten von Bachpatenschaften, die Hege und Resilienz von Fischbeständen sowie Spurenstoffe im Gewässer, deren Auswirkungen und mögliche Minderungsmaßnahmen.
Ortsbürgermeister Hans Georg Hammes hätte sich für diesen besonderen Tag „keinen besseren Ort“ vorstellen können, wie er in seiner Begrüßung hervorhob. Auf seine Grußworte folgten die des ersten Kreisbeigeordneten der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, Herrn Baziong.
Herr Merkle leitete in Vertretung für Herrn Sanner, dem Vorsitzenden der gastgebenden Bachpatenschaft FV Weißenthurm, zum ersten Vortrag über. Diesen hielt Andreas Frey, Mitglied der ARGE Nette, der am konkreten Beispiel der Nette, Gewässer 2. Ordnung, die grundlegenden Tätigkeitsfelder der Bachpatenschaft vorstellte. (zum Vortrag)
Herr Mauden, Fischereireferent der SGD Nord, veranschaulichte mit zahlreichen Bild- und Video-Aufnahmen wissenswertes zur Hege von Fischbeständen in natürlichen Gewässern unter den Bedingungen des fortschreitenden Klimawandels. Er stellte sinnvolle Hegemaßnahmen vor und gab den Teilnehmenden konkrete Empfehlungen für die praktische Arbeit mit auf den Weg. Besonders betonte er die Relevanz der Zusammenarbeit zwischen Behörden, Gewässerunterhaltungspflichtigen und Bachpatenschaften. (zum Vortrag)
Wie Gewässer angesichts sich verändernder klimatischer Bedingungen resilient(er) gemacht werden können, bildete den Kern des Vortrags von Dr. Brunke (Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz). Eine Schlüsselfunktion hierfür schrieb er Kolken in ihren verschiedenen Variationen zu. Darüber hinaus zeigte er auf, wie sich durch den Einsatz von Strömungslenkern - beispielsweise aus Totholz, Fels oder Kies - die Entstehung von Kolken fördern lässt. Entscheidend sei dabei vor allem, ins Handeln zu kommen: „Anfangen“, kleine Schritte zu gehen und anschließend die Reaktionen des Gewässers aufmerksam zu beobachten.
Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Prof. Dr. Jörg Oehlmann von der Goethe-Universität Frankfurt mit seinem Vortrag zu Spurenstoffen im Gewässer sowie deren Auswirkungen und Minderungsmöglichkeiten. Die Zahl an Spurenstoffen und ihr Produktionsvolumen seien in den vergangenen 30 Jahren exponentiell gestiegen. Über das Abwasser gelangten diese Stoffe in die Gewässer und könnten durch konventionelle Reinigungsverfahren häufig nur unzureichend entfernt werden. Auch wenn sie oftmals nur in sehr geringen Konzentrationen vorkämen, sei ihre biologische Aktivität vielfach hoch. Die Folge seien ökologische Gewässerdefizite.
Die Exkursion am Nachmittag führte die Teilnehmenden unter der Leitung von Herrn Gereon Hermens (Fichtner Water & Transportation GmbH) an die Fischwechselanlage der Flöcksmühle. Als beteiligter Planer konnte Herr Hermens deren Funktionsweise aus erster Hand erläutern. So erhielten die Teilnehmenden einen unmittelbaren Einblick in die praktische Umsetzung modernen Fischschutzes und die Möglichkeiten zur Wiederherstellung von Flussdurchgängigkeit.
Damit verband der Bachpatentag fachliche Grundlagen, konkrete Beispiele aus der Praxis und den persönlichen Austausch der Teilnehmenden. Die verschiedenen Beiträge machten deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen im Gewässerschutz sind und zugleich, welche Möglichkeiten sich durch gezielte Maßnahmen, fachliche Zusammenarbeit und engagiertes, gemeinsames Handeln vor Ort eröffnen.
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Im Dorfgemeinschaftshaus in Hahn am See wurde am 5. September 2026 der dritte und letzte Bachpatentag in diesem Jahr veranstaltet. Der thematische Schwerpunkt lag auf dem naturschutzfachlichen Wert von Fließgewässern, ihren wasserabhängigen Auen- und Feuchtflächen sowie auf der Bedeutung von Ufergehölzen und Totholz. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden theoretische wie praktische Einblicke in die Renaturierungsstrecke am Kälberbach.
Auf die Begrüßung durch Frau Doris Frink, Ortsbürgermeisterin von Hahn am See, folgten die Grußworte von Frau Gabriele Wieland, 1. Beigeordnete der Kreisverwaltung Westerwaldkreis, sowie von Herrn Klaus Lütkefedder, Verbandsbürgermeister der Verbandsgemeinde Wallmerod und baldiger Landrat des Westerwaldkreises. Er lenkte die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden auf die Bedeutung der Vernetzung untereinander. Insbesondere dazu solle der Bachpatentag dienen.
Zu Beginn stellte der gastgebende Bachpate, Herr Edelbert Lemke vom Naturschutzverein Hahn am See e. V., die Bachpatenschaft am Kälberbach vor. Er berichtete über die vielfältigen Aktivitäten des Vereins, die einen Beitrag zur Verbesserung des Tier- und Pflanzenschutzes leisten. Nicht nur ein Naturlehrpfad und eine Wildblumenwiese sind dem Engagement der Ehrenamtlichen vor Ort zu verdanken, sondern auch die regelmäßige Reinigung und Reparatur von Nistkästen sowie das Angebot einer „Kommunion-Baum-Wiese“. Auch die Geselligkeit kommt im Vereinsleben nicht zu kurz. Unter anderem wird jährlich ein Wandertag angeboten, der teilweise von einer fachkundigen Person begleitet wird.
Anschließend richtete Dr. Holger Schindler von ProLimno den Blick auf die Fließgewässer (Vortrag Schindler) selbst und ihre naturschutzfachliche Bedeutung. Als „Kapillarsysteme unserer Biodiversität“ fungieren sie als Frühwarnsysteme, denn sie trocknen bei Dürreperioden als Erste aus. Besonderes Augenmerk legte er auf die Bedeutung von Kleingewässern, die bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bislang nicht ausreichend berücksichtigt würden. Zugleich ermutigte er die Teilnehmenden, „Wildnis zu wagen“ und insbesondere Laubbäume an Fließgewässern zu fördern.
Eva Maria Finsterbusch vom Landesamt für Umwelt widmete sich der Bedeutung von Ufergehölzen und Totholz als Schlüssel für Klimaresilienz, Wasserrückhalt und Biodiversität. Sie zeigte die positiven Effekte auf die Wasserqualität und den ökologischen Zustand sowie auf die kühlende Wirkung auf Fließgewässer auf. Auch im Hochwasserfall übernehmen Ufergehölze durch Treibgut- und Wasserrückhalt wichtige Funktionen. Eine ebenso essenzielle Bedeutung kommt dem Totholz zu. Als Lebensraum, Nahrungsquelle und Strukturgeber erfüllt es wichtige Funktionen im Naturhaushalt. Dazu gehören unter anderem die Vernetzung von Lebensräumen, der Rückhalt von Wasser, Sedimenten und Schwemmstoffen sowie die Erhöhung der Strukturvielfalt.
Mario Steudter, von der Verbandsgemeinde Wallmerod, lieferte abschließend ein konkretes Praxisbeispiel anhand der durchgeführten Renaturierungsstrecke am Kälberbach. Dazu stellte er den Gewässerpflegeplan vor, der im Jahr 2008 begann, und erläuterte die wesentlichen Meilensteine bis zur Fertigstellung der Maßnahme im Jahr 2018. (Vortrag Steudter)
Von der Theorie ging es dann direkt in die Praxis: Die gemeinsame Exkursion führte die Teilnehmenden an die Renaturierungsstrecke des Kälberbachs. Philipp Schiefenhövel, von der Will und Liselott Masgeik-Stiftung, begleitete die Exkursion fachlich und verband sie mit einem „Live-Experiment“. Entlang zweier festgelegter Bachabschnitte wurden, unterstützt durch den Ornithologen Marcel Weidenfeller, die dort vorkommenden Vogelarten gezählt und die Ergebnisse diskutiert.
Damit endete ein abwechslungsreicher Bachpatentag, der naturschutzfachliche Grundlagen, regionale Praxisbeispiele, Vernetzung und Erfahrungsaustausch miteinander verband. Die Veranstaltung machte deutlich, welchen Wert naturnahe Fließgewässer und ihre angrenzenden Lebensräume für Biodiversität, Wasserrückhalt und die Anpassungsfähigkeit unserer Gewässer an den Klimawandel besitzen. Zugleich wurde sichtbar, wie wichtig das Engagement der Bachpatenschaften ist, um wertvolle Lebensräume aufmerksam zu begleiten, ihre Entwicklung zu unterstützen und ihren Schutz gemeinsam weiter voranzubringen.
