Blaualgenblüte in der rheinland-pfälzischen Mosel 2018

20. August 2018

Ist- Situation

Wie bereits im Sommer 2017 trat ab Anfang August eine „Blaualgenblüte“ in der gesamten rheinland-pfälzischen Mosel auf. In zahlreichen Gewässer- und Uferabschnitten lassen sich deutliche „Blaualgenansammlungen“ in Form von Schlieren oder sogar „Teppichen“ feststellen. Bei den „Blaualgen“ handelt es sich um Cyanobakterien der Gattung Microcystis, die schädliche Stoffe für die menschliche Gesundheit bilden können. Daher hat das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz aus Vorsorgegründen Verhaltensempfehlungen zur Freizeitnutzung an der Mosel veröffentlicht. Das Trinken oder Verschlucken von Wasser ist zu vermeiden, auch Haustiere sind von den Gewässern fernzuhalten.

Ursache

Es sind mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen. Die lang andauernde Niedrigwassersituation verursacht derzeit in der Mosel lange Aufenthaltszeiten des sehr langsam fließenden Wassers in den Staustufen, wodurch eine Entwicklung von Blaualgen begünstigt wird. Starke Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen durch die aktuelle Wettersituation verstärken dies. Hinzu kommen hohe Nährstoffkonzentrationen.

Messverfahren des LfU

Aktuell werden Teilbereiche der Obermosel, der rheinland-pfälzischen Saar und der Mittel- und Untermosel von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landesamtes für Umwelt auf optisch auffällige Cyanobakterienansammlungen geprüft. Sie führen fluorometrische Chlorophyllmessungen an den Proben durch, die eine Differenzierung der Algengruppen einschließlich der Cyanobakterien ermöglichen. Die dadurch gewonnenen Messwerte verbessern die Datengrundlage für die Bewertung.

Aktuelle Situation (17.09.2018: Lage ist unverändert)

Die gesamte Fließstrecke der Mosel von der Obermosel bis zur Mündung in den Rhein weist aktuell deutlich sichtbare „Blaualgenkonglomerationen“ auf. Durch mikroskopische Untersuchungen des Landesamtes für Umwelt konnte die potenziell Toxine bildende Gattung Microcystis als Verursacher identifiziert werden.

Der Anstieg der fluorometrisch gemessenen Konzentrationen von Gesamt-Chlorophyll a und Cyanobakterien-Chlorophyll a der Mosel bei Fankel verlief bisher insbesondere in der KW 32 und KW 33 rasant. In diesem Zeitraum wurden in Fankel bis zu 70,0 µg Cyanobakterien-Chlorophyll a pro Liter festgestellt. Die Werte schwanken von Natur aus aufgrund der variablen räumlichen und zeitlichen Verteilung der Cyanobakterien.

Die Cyanobakteriengehalte in der Saar sind gering, die gesamte rheinland-pfälzische Moselstrecke einschließlich des gemeinsamen deutsch-luxemburgischen Teiles (Kondominium) weist hingegen hohe bis sehr Dichten auf. Schlieren und Teppiche treten in zahlreichen Moselabschnitten auf.

Ausblick

Die Erfahrungen des Sommers 2017 haben bereits gezeigt, dass sich „Blaualgenblüten“ sehr schnell entwickeln können. Der bisherige Verlauf 2018 bestätigt diese Erkenntnis eindrücklich. Im letzten Jahr endete  diese erst Ende Mitte September nach einer starken Abflusserhöhung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt verfolgen die Entwicklung der Situation weiterhin intensiv.

Wasserkontakt zum Schutz der Gesundheit vermeiden
Blaualgen sind in Ufernähe deutlich zu erkennen

© Landesamt für Umwelt

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