Entwarnung: Blaualgenblüte in der rheinland-pfälzischen Mosel 2018

Update: Die Blüte ist vorbei

20. August 2018 (Aktualisiert am 24.10.18)

Ist- Situation

Wie bereits im Sommer 2017 trat ab Anfang August eine „Blaualgenblüte“ in der gesamten rheinland-pfälzischen Mosel auf. In zahlreichen Gewässer- und Uferabschnitten lassen sich deutliche „Blaualgenansammlungen“ in Form von Schlieren oder sogar „Teppichen“ feststellen. Bei den „Blaualgen“ handelt es sich um Cyanobakterien der Gattung Microcystis, die schädliche Stoffe für die menschliche Gesundheit bilden können. Daher hat das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz aus Vorsorgegründen Verhaltensempfehlungen zur Freizeitnutzung an der Mosel veröffentlicht. Das Trinken oder Verschlucken von Wasser ist zu vermeiden, auch Haustiere sind von den Gewässern fernzuhalten.

Ursache

Es sind mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen. Die lang andauernde Niedrigwassersituation verursacht derzeit in der Mosel lange Aufenthaltszeiten des sehr langsam fließenden Wassers in den Staustufen, wodurch eine Entwicklung von Blaualgen begünstigt wird. Starke Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen durch die Wettersituation verstärkten dies.

Messverfahren des LfU

Es wurden Teilbereiche der Obermosel, der rheinland-pfälzischen Saar und der Mittel- und Untermosel von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landesamtes für Umwelt auf optisch auffällige Cyanobakterienansammlungen geprüft. Sie führten auch fluorimetrische Chlorophyllmessungen an den Proben durch, die eine Differenzierung der Algengruppen einschließlich der Cyanobakterien ermöglichen. Die dadurch gewonnenen Messwerte verbessern die Datengrundlage für die Bewertung.

Aktuelle Situation (24.10.2018: deutliche Abnahme und Entwarnung)

Die gesamte Fließstrecke der Mosel von der Obermosel bis zur Mündung in den Rhein war von Anfang August bis Ende September durch eine massive „Blaualgenblüte“ geprägt. Durch mikroskopische Untersuchungen des Landesamtes für Umwelt konnte die potenziell Toxine bildende Gattung Microcystis als Verursacher identifiziert werden.

Die Cyanobakteriengehalte des rheinland-pfälzischen Saarabschnittes waren während der gesamten Vegetationsperiode gering.
Die gesamte rheinland-pfälzische Moselstrecke einschließlich des gemeinsamen deutsch-luxemburgischen Teiles (Kondominium) wiesen hingegen hohe bis sehr hohe Dichten auf.

Obermosel: Nach einem Maximum von 15,1 µg/L am 20. August gingen die Blaualgendichten an der oberen Mosel bei Palzem (Mosel-km 230) seit Anfang September deutlich zurück. Die Gehalte an Cyanobakterien-Chlorophyll liegen aktuell unter 2 µg/L.

Untermosel: Der Anstieg der fluorimetrisch gemessenen Konzentrationen von Gesamt-Chlorophyll a und Cyanobakterien-Chlorophyll a der Mosel bei Fankel (Mosel-km 59,5) verlief ab Mitte August rasant. Die massive Cyanobakterienblüte mit Konzentrationen über 50 µg/L und Spitzenwerten von mehr als 80 µg/L Cyanobakterien-Chlorophyll a dauerte bis Anfang Oktober an. Die Werte schwanken dabei von Natur aus aufgrund der variablen räumlichen und zeitlichen Verteilung der Cyanobakterien. Seit der 40. Kalenderwoche gingen die „Blaualgen“ in der Mosel bei Fankel deutlich zurück.

Aktuell liegen die Cyanobakterien-Chlorophyll-Konzentrationen unter 2 µg pro Liter. In der Mosel bei Koblenz konnte dieses „Verschwinden“ erst in der 42. KW beobachtet werden. Somit muss konstatiert werden, dass die Warnhinweise bezüglich der Freizeitnutzung der Mosel in 2018 von August bis Oktober aufrechterhalten werden mussten. Im Vergleich zu 2017 ist festzuhalten, dass die Cyanobakterienblüte 2018 deutlich stärker ausgeprägt war und auch längere Zeit andauerte als im Vorjahr. Im Jahr 2017 wurden die „Blaualgen“ durch eine Phase hoher Abflüsse Mitte September „ausgeschwemmt“. 2018 blieb bisher eine Abflusserhöhung aus. Der Rückgang der Cyanobakterien ist vermutlich auf ein verringertes Wachstum zurückzuführen, dass wahrscheinlich durch niedrige Wassertemperaturen ausgelöst wurde.

Ausblick

Die Erfahrungen der Sommers 2017 und 2018 haben gezeigt, dass sich „Blaualgenblüten“ sehr schnell entwickeln können. Daher wird die Phytoplanktonentwicklung in der Mosel auch in 2019 vom LfU beobachtet werden. 

Wasserkontakt zum Schutz der Gesundheit vermeiden
Blaualgen sind in Ufernähe deutlich zu erkennen

© Landesamt für Umwelt

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