Landeamt beteiligte sich mit Infostand am Tag der Offenen Tür der Biomasseanlage Essenheim

Das Landesamt für Umwelt nahm zusammen mit dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, dem Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz, dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Mainz-Bingen, der Freiwilligen Feuerwehr Essenheim sowie dem NABU am 15. September 2018 am Tag der Offenen Tür der Biomasseanlage Essenheim teil. Dabei erfreute sich der Infostand unserer Behörde mit seinen Mitmachaktionen großer Beliebtheit.

Dabei erfreute sich der von der Abteilung Kreislaufwirtschaft des Landesamtes vorbereitete und betreute Informationsstand zum Thema "Abfalltrennung und hochwertige Verwertung" großer Beliebtheit. Von der Eröffnung der Veranstaltung um 10 Uhr bis zum Abbau gegen 15 Uhr fanden sich durchgängig neue Besucherinnen und Besucher ein, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Besonders Kinder freuten sich über das große Mitmachangebot, bei dem es auch etwas zu gewinnen gab. Begeistert nutzten die Jungs und Mädchen Stifte, Scheren und Kleber, um ihr Wissen rund um Bioabfall und Kompostierung zu Papier zu bringen, lösten Kreuzworträtsel, puzzelten und sortierten Fotos von Abfällen in die richtigen Tonnen.

Die meiste Freude bereitete den kleinen Müllexperten jedoch die echte Suche nach Fremdstoffen im Kompost. Hierbei durchsiebten sie das feinkörnige Endmaterial und fanden viele Dinge, die nicht in den Kompost und somit auch nicht in den Bioabfall gehören. Auf diese spielerische Art lernen die Kinder bereits schon früh darauf zu achten, dass Glas, Metall und Plastik nicht in die Biotonne geworfen werden.

Sicher gehen Sie davon aus, dass Erwachsene ziemlich genau wissen, welcher Abfall in welche Tonne gehört. Die Realität zeigt leider etwas anderes. Bei einer Führung  durch die Biomasseanlage von Veolia waren deutlich die großen Mengen von Restabfall, Glas und vor allem Plastik zu erkennen, die fälschlicherweise in den Bioabfällen enthalten waren. Um einen Kompost zu erhalten, der z.B. als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann, sind in der modernen Anlage in Essenheim viele kosten- und energieaufwändige Prozessschritte notwendig, die durch eine gewissenhafte Abfalltrennung direkt im Haushalt deutlich reduziert werden könnten.

Während die Kinder mit vollem Eifer „nebenbei“ vieles über die Abfalltrennung erfuhren, hatten die Erwachsenen u.a. Gelegenheit, aus Zeitungspapier Bioabfalltüten zu falten, um eine kostenlose Alternative zu den im Handel verfügbaren Papiertüten zu erhalten. Übrigens: Die häufig mit guter Absicht teuer gekauften sogenannten zu 100 % kompostierbaren Plastikbeutel dürfen in vielen Entsorgungsgebieten nicht in die Biotonne (so auch in der Stadt Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen).

Aber nicht nur beim Bioabfall gefährdet eine schlechte Abfalltrennung die Verwertung. Auch das unvollständige Trennen von verschiedenen Materialien stellt ein Problem für die Abfallverwertung dar. So werden beispielsweise häufig Joghurtdeckel nicht vollständig vom Becher abgezogen und/oder leere Becher mit Kunststofffolien etc. vollgestopft. Die für Menschenhand einfachen Bewegungen wie das Abziehen des Deckels oder das Herausziehen der Folien sind für Maschinen hoch komplex, so dass in den Sortieranlagen Materialkombinationen und Gemische zu großen Teilen ausgeschleust werden und in der Verbrennungsanlage enden.

Um eine möglichst hochwertige und umfassende Verwertung zu ermöglichen, hat die Umweltverwaltung Rheinland-Pfalz eine Abfalltrennhilfe entwickelt. Diese ist hier kostenlos online zugänglich und soll Entsorgern oder auch Vermietern die Möglichkeit geben, individuell für ihren Bedarf einen entsprechenden Infoflyer zu erstellen. Durch das Baukastenprinzip und die Mehrsprachigkeit stehen dabei eine Vielzahl von individuellen Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung.

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