Illegal eingeführte Glasaale finden im Rhein neue Heimat

Mehrere tausend illegal eingeführter Jungaale (Glasaale) konnten durch das Landesamt und die Zollfahndung Frankfurt a.M. in die Freiheit entlassen werden. Die Fische waren zuvor am Frankfurter Flughafen in einem Koffer einer Reisenden in Richtung Asien entdeckt worden. Die Experten des Landesamtes übernahmen das Aussetzen der Jungaale, da sie über langjährige Erfahrungen im Aalschutz verfügen.

Die geschmuggelte Fracht entdeckten Zollbeamte auf dem Frankfurter Flughafen am 28. November in einem Koffer einer malaysischen Reisenden, die auf dem Weg nach Vietnam war. Die Glasaale befanden sich nach Auskunft des Zollamtes in acht mit Wasser gefüllten Kunststofftüten und wurden nach dem Fund unverzüglich artgerecht untergebracht. Die Fische sind nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt.

Das Land Rheinland-Pfalz verfügt über eine hohe Kompetenz in Sachen Aalschutz. Seit mehr als 20 Jahren wird unter anderem die Aalschutz-Initiative an Saar und Mosel erfolgreich betrieben. Die Experten des Referats „Gewässerschutz und Fischerei“ des Landesamtes für Umwelt koordinierten daher gemeinsam mit den Mitarbeitern des Zollfahndungsamtes die Aussetzung der Jungfische, die heute am Rhein bei Heidesheim stattfand. Erstmals fanden so geschmuggelte Aale den Weg in ihr natürliches Element.

Von Seiten des Landesamtes wird die erfolgreiche Sicherstellung durch den Zoll sowie die Zusammenarbeit mit der rheinland-pfälzischen Umweltbehörde begrüßt. Präsident Dr. Stefan Hill sieht darin ein gutes Beispiel, wie durch schnelle und unbürokratische Lösungen aktiver Artenschutz betrieben werden kann: "Durch die erfolgreiche Sicherstellung der illegal ausgeführten Glasaale und die unverzügliche artgerechte Unterbringung seitens des Zollfahndungsamtes, können wir nun eine große Anzahl von Jungaalen in unseren heimischen Gewässern ansiedeln. Sie  können wieder ein Leben in Freiheit führen und einen Beitrag zum weiteren Anwachsen der Population der Aale im Rhein leisten." 

Zusatzinformationen sowie weitere Bilder von der Freisetzung finden Sie in unserem Beitrag auf der Homepage.

Update: Am 19. Dezember 2018 wurden erneut ca. 100.000 Glasaale am Frankfurter Flughafen beschlagnahmt und am gleichen Tag in den Rhein ausgesetzt: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/116258/4148964