Bericht über die Qualität des Grundwassers im Oberrheingraben

Im Rahmen des länderübergreifendend Projekts ERMES-Rhein untersuchten Experten erneut die Grundwasserqualität im Oberrheingraben. Der nun online verfügbare Bericht verdeutlicht, dass weiterhin Maßnahmen zum Schutz des Grundwasser nötig sind.

Der Oberrheingraben ist einer der bedeutendsten Grundwasserspeicher Europas. Die grenzüberschreitende Ressource ist für die Entwicklung der gesamten Region von Basel über Straßburg und Karlsruhe bis Mainz / Wiesbaden von außerordentlicher Bedeutung. Der Wasservorrat gewährleistet neben dem ständigen Austausch mit Oberflächengewässern und Feuchtgebieten auch weitgehend die Versorgung der Bevölkerung mit Trink-, Brauch- sowie Beregnungswasser für landwirtschaftliche Zwecke. Aufgrund der stark durchlässigen Böden und der geringmächtigen Überdeckung ist die Ressource jedoch besonders anfällig. Seit vielen Jahren ist sie starken durch Menschen verursachten Schadstoffbelastungen ausgesetzt.

Anknüpfend an die über zwanzigjährige Zusammenarbeit von Fachleuten aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich zum Schutz dieser Ressource führte das Projekt ERMES-Rhein 2016 eine erneute Bestandsaufnahme der Grundwasserqualität im Oberrheingraben durch, welche erstmals um die Bestimmung ´neuartiger Spurenstoffe´ ergänzt wurde. Insgesamt wurden im Rahmen der Untersuchung 172 Parameter grenzüberschreitend gemessen, was über 158.000 Datensätze darstellt. Auf Grundlage dieser umfassenden Datenauswertung gibt es nun erstmals präzisere Informationen über den Grundwasserzustand in Bezug auf „neuartige“ Spurenstoffe wie die Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln, pharmazeutische Substanzen und Nahrungsergänzungsmittel.

Neben einem ausführlichen Bericht für Experten hat die Projektgruppe ERMES auch eine prägnante Zusammenfassung der Messergebnisse für Laien herausgegeben. Der komplette Bericht "Entwicklung der Grundwasserqualität im Oberrheingraben von Basel bis Mainz-Wiesbaden und Empfehlungen zur Reduktion historischer und neuartiger anthropogener Schadstoffe" kann mit allen detaillierten Ergebnissen auf der Projekthomepage eingesehen werden.

Signifikante Verbesserungen der Qualität des oberflächennahen Grundwassers sind im Vergleich zu den Messwerten aus dem Jahr 2009 nicht festzustellen. Die Trinkwassergewinnung im rheinland-pfälzischen Anteil des Untersuchungsraums erfolgt im Wesentlichen aus tieferen Grundwasserleitern sowie durch die Gewinnung von Uferfiltrat. 

Der Bericht verdeutlicht die dringende Notwendigkeit durch gezielte Maßnahmen die lebensnotwendige Ressource Grundwasser besser vor anthropogenen (von Menschen verursachten) Schadstoffbelastungen zu schützen.