Abfallvermeidung beginnt bereits mit der Bauplanung

Abfallvermeidung und - wenn diese nicht möglich ist – umweltschonende Rückführung der Abfälle in den Wertstoffkreislauf sind Voraussetzung für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zur Ressourcenschonung und Verminderung des Schadstoffeintrags in die Umwelt.

Die mineralischen Abfälle aus dem Baubereich haben aufgrund ihres geschätzten Jahresaufkommens von mehr als zehn Millionen Tonnen in Rheinland-Pfalz eine besondere Bedeutung. Zur Förderung des Einsatzes von Recyclingbaustoffen und somit zur Minimierung des Abfallaufkommens zur Deponierung wurde 2012 das „Bündnis Kreislaufwirtschaft auf dem Bau“ mit den wesentlichen Akteuren im Baubereich gegründet. Die Besonderheit des Bündnisses liegt darin, dass sich nicht nur mit der Entsorgung von Abfällen auseinandergesetzt wird. Vielmehr beginnt ein optimierter Kreislaufwirtschaftsprozess bereits mit der Planung von Um- und Neubauten. Auch hierzu werden von den Bündnispartnern konkrete Handlungsempfehlungen für die Abfallvermeidung und -reduktion entwickelt.

Die Kooperation mit der Architektenkammer Rheinland-Pfalz hat sich als effektives Mittel zur Umsetzung in der Praxis herausgestellt. Architekten sind schließlich die ersten Personen, die innerhalb eines Projektes durch Materialauswahl oder Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten einen wertvollen Beitrag zu einem optimierten Baustoffrecycling liefern können. So kann beispielsweise bei der Planung eines Bauvorhabens der Anfall von Bodenaushub als Abfall durch Wiedereinbau des Materials vor Ort im Rahmen eines Geländeausgleichs vermieden werden. Ressourcenschonendes Bauen setzt sich durch den Einsatz von wiederverwendbaren Bauteilen oder ökologisch günstigen Materialien wie Holz oder R-Beton fort. Auf eine gute Recyclingfähigkeit (Stichwort Verbundmaterialien) der Bauprodukte kann ebenfalls geachtet werden. Auch eine spätere Umnutzung der Gebäude ist häufig ein wichtiger Gesichtspunkt bei Planungsbeginn.

Um die theoretischen Ansätze auch in der Praxis bekannt geben zu können und selbst mehr Erfahrungen aus der Umsetzung verschiedener Maßnahmen zu gewinnen ist ein reger Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten nötig. Im letzten Jahr hat das Umweltministerium zusammen mit dem Landesamt für Umwelt und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz entsprechende Veranstaltungen für die Zielgruppe Architekten und Planungsbüros durchgeführt. Die an drei Standorten ausgerichteten Fach- und Informationsgespräche waren sehr gut besucht. In Mainz und Ludwigshafen lag der Themenschwerpunkt beim Einsatz von ressourcenschonendem Beton aus recyclierten Gesteinskörnungen. In Andernach widmete man sich insbesondere der Wiederverwendung von ganzen Bauteilen wie Fensterfronten, Innenausbau oder wertvollen historischen Bauteilen. Die Fachgespräche fanden als anerkannte Fortbildungsveranstaltungen für Architekten statt. Auf Grund der zahlreichen positiven Rückmeldungen wird die Veranstaltungsreihe 2019 fortgesetzt und eine Broschüre für Architekten mit umfangreichen Informationen zu den wesentlichen Themeninhalten erstellt.

Weitere Informationen zum  Bündnis und zum Thema Baustoffrecycling finden Sie auf der Homepage kreislaufwirtschaft-bau.rlp.de.