Schüler des Otto-Schott-Gymnasiums informieren sich zum Klimawandel

„Fridays for Future“ müssen nicht immer auf der Straße stattfinden: Über 100 Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe informierten sich am Otto-Schott-Gymnasium in Mainz-Gonsenheim zu den Themen Klimawandel und Klimaschutz. Passenderweise fand die Veranstaltung im Rahmen der „globalen Tage“ an einem Freitag statt.

Organisiert wurde sie, auf Anfrage des Physik- und Religionslehrers Dr. Alexander Schimmel, vom Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen, gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt und der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Matthias Voigt vom Landesamt für Umwelt führte thematisch in das Thema Klimawandel ein. Er vermittelte den Schülern in einem Vortrag Grundkenntnisse darüber, was die Mitteltemperatur auf der Erde bedingt, wie der natürliche und menschgemachte Treibhauseffekt funktioniert, und wie sich das Klima in den vergangenen Jahrtausenden und im Vergleich dazu den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat. Auch mögliche Szenarien für die zukünftige Entwicklung des Klimas in Rheinland-Pfalz wurden gezeigt. Klar ist: Der Mensch ist hauptverantwortlich für den aktuellen Klimawandel, und wird sich durch Anpassungsmaßnahmen vor den Folgen so gut wie möglich schützen müssen. Verhindern lässt sich der Klimawandel schon heute nicht mehr. Aber: Noch können die extremsten Szenarien verhindert werden, wenn effektiver Klimaschutz betrieben wird.

Entlang der Facetten des Klimawandels teilten die Schüler sich in Gruppen auf, die unterschiedliche Themen in Workshops vertieften: Die Auswirkungen von Klimawandel auf die menschliche Gesundheit und die Biologische Vielfalt etwa, oder auf Land- und Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz. Diese Gruppen wurden von Astrid Kleber und  Tilmann Sauer vom Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen begleitet. So wurde deutlich, dass Hitze zu erhöhter Sterberate beitragen kann und dass das Risiko für Infektionskrankheiten durch wärmeliebende Tierarten ansteigt. Neu war für viele auch, dass der Klimawandel die Ausbreitung invasiver Tier- und Pflanzenarten fördert – und dass es für diese Arten eine gesetzliche Handlungspflicht gibt. Durch den Klimawandel intensiviert sich der Wasserkreislauf, mehr Wasser verdunstet und regnet wieder auf die Erde. Jedoch verändert sich auch die räumliche und zeitliche Verteilung der Niederschläge. In Rheinland-Pfalz muss mit trockneren Bedingungen in der Vegetationsperiode gerechnet werden. Dafür werden die Winter feuchter. 

Luisa Scheerer von der Energieagentur Rheinland-Pfalz hingegen diskutierte mit einer Gruppe von Schülern die Notwendigkeit und Möglichkeiten für mehr Klimaschutz in der Politik und im alltäglichen Leben. Die Mehrzahl der Schüler engagieren sich bereits bei Fridays for Future oder haben dies vor. Dennoch erlebten sie einige Aha-Effekte, vor allem im Hinblick auf die Klimaschädlichkeit von Flügen und die Grenzen, CO2 durch Aufforstung wieder zu binden.