Bachpatentage in Guldental

Das LfU und der ASV Guldental e.V. hatten zum Abschluss der diesjährigen Reihe unter dem Motto „Klimawandel und Gewässer – Was können wir tun?‘ an den Guldenbach geladen. Hier stand die Revitalisierung des Guldenbachs und die Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle im Mittelpunkt.

Frau Landrätin Bettina Dickes und Herr Verbandsbürgermeister Michael Cyfka begrüßten im Beisein von Frau Ortsbürgermeisterin Elke Demele die zahlreich erschienenen Gäste und würdigten die Arbeit der ehrenamtlichen Bachpatenschaften an den einheimischen Gewässern in der Region.

‚Smolt, Milchner und Rückkehrer‘ - Von Lachsen und Meerforellen im Guldenbach

Eva-Maria Finsterbusch berichtete für das Landesamt für Umwelt von den Auswirkungen des Klimawandels auf einheimische Gewässer im Spannungsfeld zwischen Stark- und Dauerregenereignissen, Hochwasser-vorsorge und von ausbleibenden Niederschlägen.

Der Fischökologe Dr. Jörg Schneider erläuterte die komplexen Wanderbewegungen und Vermehrungsformen des Lachses, die historische Bedeutung der Wanderfische und den Fortgang des Projektes ‚Lachs 2000‘.

Dr. Heide Stein von der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau berichtete von den Untersuchungen zur Kolmationsdynamik: „Der naturnahe Abschnitt des Unteren Guldenbachs eignete sich hervorragend, um die natürliche Dynamik in der Sedimentbeschaffenheit der Gewässersohle zu untersuchen. Die einjährigen Untersuchungen zeigten, dass eine verringerte Durchlässigkeit der Gewässersohle (Kolmation) negative Auswirkungen auf die Sedimentfauna hat. Die Kolmation wurde ihrerseits maßgeblich durch das Abflussverhalten des Guldenbachs beeinflusst. Besonders deutlich wurde dabei, wie wichtig geschiebewirksame Hochwässer für den Erhalt der Durchlässigkeit der Gewässersohle sind. Sie spülen die Lückensysteme der Sedimente wieder frei, so dass Sauerstoff und Nahrung in die Sohle transportiert werden. Nur gut durchströmte Gewässersohlen ermöglichen eine reichhaltige Besiedlung mit wirbellosen Tieren und die Entwicklung von Eiern kieslaichender Fische und ihrer Larven.“

Anschließend stellte der Angelsportverein (ASV) Guldental e.V. als Bachpatenschaft für den Guldenbach seine Ansätze und Vorgehensweisen vor und führte auch die Exkursion am Nachmittag. Die Bachpatenschaft des ASV begleitet die Renaturierung des Gewässers, die Besatzprojekte zur Wiederansiedlung von Lachs wie Meerforelle. Auch der Gewässerlehrpfad am Guldenbach ist ein finanziertes Projekt des ASV. Gemeinsame Arbeitseinsätze und gute Information der Öffentlichkeit sind unverzichtbare Elemente, und wurden bereits zweimal mit dem Umweltpreis des Kreises sowie dem Umweltpreis des Landes für Bachpaten belohnt.       
Die Exkursion mit Bestandsbeprobung der Lachs- und Meerforellenrückkehrer schloss sich an. Die Teilnehmer konnten verschiedene Generationen und weitere Arten in Augenschein nehmen.  

Zum Hintergrund:

Naturnahe Gewässer dienen der aktiven Hochwasservorsorge und dem angewandten Artenschutz. Sie erfüllen als wesentliche Teile unserer Landschaft lebenswichtige Aufgaben. 2021 stellt Anlieger und Unterhaltungs­pflichtige vor vielfältige Herausforderungen. Als wichtige Akteure der AKTION BLAU PLUS und als Partner der Unterhaltungspflichtigen vor Ort wirken in Rheinland-Pfalz derzeit etwa 720 Bachpatenschaften tatkräftig im Schutz und der ökologischen Verbesserung ihres Bachs. Sie betreuen derzeit rund 2.760 Kilometer Gewässer.
Nach dem Jahrhunderthochwasser 1993 fördert die AKTION BLAU PLUS des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums seit 1995 erfolgreich die Wiederherstellung naturnaher Gewässer.

Fotos und Vorträge

Weitere Informationen: http://www.aktion-blau-plus.rlp.de