Abkühlung für heiße Städte? Ergebnisse des KLIMPRAX Stadtklima-Projektes vorgestellt

Das Projekt "KLIMPRAX Stadtklima" beschäftigt sich mit dem Problem der zunehmenden Hitzebelastung in Kommunen. Am Beispiel der beiden Landeshauptstädte Mainz und Wiesbaden untersucht das Projekt die temperaturbedingten Folgen des Klimawandels für Kommunen und gibt Handlungsempfehlungen. Das Landesamt für Umwelt wirkt hierbei als Projektpartner mit. Jetzt wurden die Ergebnisse vorgestellt.

Der Klimawandel verändert Landschaften, Lebensbedingungen und Lebensräume für Menschen und Tiere. Gerade die letzten Jahre waren geprägt von „Hitze-Sommern“ mit extremer Trockenheit und kaum Abkühlung in den Nächten. Von den Auswirkungen dieser Klimaveränderungen sind vor allem unsere Städte betroffen, da hier besonders viele Menschen unter den hohen Temperaturen leiden. Für Kommunen sind daher Art und Umfang der Änderung des Stadtklimas und entsprechende Anpassungsmaßnahmen, z.B. bei der Bauleitplanung, von besonderem Interesse.

Das Projekt "Klimawandel in der Praxis (KLIMPRAX) Wiesbaden/Mainz - Stadtklima in der kommunalen Praxis" unter der Federführung des Fachzentrums Klimawandel und Anpassung des hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) setzt hier an. Am Beispiel der beiden Landeshauptstädte Mainz und Wiesbaden untersucht das Projekt die temperaturbedingten Folgen des Klimawandels für Kommunen und ihre Auswirkungen auf deren planerisches Handeln. Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz wirkt als Projektpartner bei den Untersuchungen mit. Ende August 2019 wurden in Wiesbaden die Ergebnisse des Projektes vorgestellt.

Handlungsleitfaden gibt Empfehlungen für Kommunen

Der im Projekt entwickelte Handlungsleitfaden liefert zahlreiche Empfehlungen dafür, welche Faktoren Städte bereits bei der Planung von Bauvorhaben berücksichtigen können, um sich dem Klimawandel anzupassen – von der Ermittlung der fachlichen Grundlagen bis hin zu konkreten Anpassungsmaßnahmen: So sollten Kaltluftentstehungsgebiete (z.B. Äcker und Wiesen) und Kaltluftschneisen, durch welche kühle Luft in die Städte fließt, nicht verbaut werden. Stattdessen sollte durch maßvolle Nachverdichtung in den Städten oder durch die Ausrichtung der Bebauung in Windrichtung die Frischluftzufuhr sichergestellt werden. Auch eine Verringerung der Versiegelung und die Neuanlage von Parks und Grünflächen tragen zu einem besseren Klima in der Stadt bei. Der Handlungsleitfaden hilft bei der Entscheidung, wo Grünflächen besonders sinnvoll und wichtig sind.

Für die Bewohner können weitere Maßnahmen umgesetzt werden: Von der Bereitstellung klimatisierter Räume in öffentlichen Einrichtungen über die Einrichtung eines Buddy-Systems zur Unterstützung beispielsweise älterer Menschen (z.B. Betreuungspersonen der Kommunen, die sich um gefährdete Personen kümmern) bis hin zum Einsatz mobiler Grünanlagen – das sind transportable dicht bepflanzte Wände mit Sitzflächen, die an heißen Tagen Schatten und frische Luft spenden. Bei Bedarf können diese mobilen Flächen (Bäume, bepflanzte Wände) umgesetzt werden.

Die erarbeiteten Vorschläge sollen auch kleinere Kommunen unterstützen, mit der Herausforderung des Klimawandels und der Anpassung umzugehen.

Projektpartner:

  • Landeshauptstadt Wiesbaden
  • Landeshauptstadt Mainz
  • Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz
  • Kompetenzzentrum Klimawandelfolgen des Umweltministeriums Rheinland-Pfalz
  • Deutscher Wetterdienst

Weitere Informationen zum Projekt „KLIMPRAX Stadtklima“ sowie Broschüren und Vorträgspräsentationen finden Sie auf den Internetseiten des HLNUG.